Heft 2/2002

Medieninhaber: Kritischer Kreis – Verein für gesellschaftliche Transformationskunde. Der Medieninhaber ist zu 100% Eigentümer der Streifzüge und an keinem anderen Medienunternehmen beteiligt
Herausgeberin: Context – Initiative für freie Studien und brauchbare Information
Grundlegende Richtung: Kritik
Redaktion (zugleich Mitglieder des Leitungsorgans des Medieninhabers): Heinz Blaha, Lorenz Glatz, Franz Schandl, Gerold Wallner und Maria Wölflingseder

Gerold Wallner

Liebe Leute!

Das ist ein Editorial, in dem wir Euch ein kleines Lob aussprechen wollen. Das Erscheinen der nächsten Ausgabe der Streifzüge ist nämlich dank Euch gesichert. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir alle uns jetzt zurück lehnen können: Wir machen die Zeitung weiter, und Ihr honoriert das auch weiterhin.

Was nun diese Nummer betrifft, möchte ich kurz einige allgemeine Bemerkungen machen.

Wir haben diesmal wieder zwei Beiträge aufgenommen, die sich mit der Situation im Nahen Osten und mit dem antideutschen Ideologem befassen. Dieser Diskurs, der ja sowohl grundsätzlich als auch ursächlich auf der deutschen nationalen Geschichte und der Einordnung dieser Geschichte in’s bürgerliche Universum beruht, kann allein schon wegen seiner Implikationen für ein Verständnis von gesellschaftlicher Transformation und aktiver, das Systemische der bürgerlichen Geselligkeit überwindender Theorie und Praxis und Auseinandersetzung nicht für beendet oder der Vernachlässigung wert erachtet werden.

Allerdings wollen wir mit dieser Ausgabe der Streifzüge auch zum Ausdruck bringen, dass unser Blick so offen wie der Horizont weit ist; daher bewusst die Behandlung von Themen, die den Irrsinn, in dem diese Gesellschaft sich vermehrt, zum Inhalt hat und nicht nur den einen Aspekt des Antisemitismus. Wir beschränken uns nicht auf ein ideologisches Erkennungszeichen, an dem wir Zugehörigkeit zum Guten, Richtigen und Gerechten erteilen. Wir stellen einen Blick auf die Gesellschaft zur Disposition, der uns erlaubt, auch zum Thema des Antisemitismus Wesentliches zu sagen, das nicht gefangen bleibt in einer Empörung an der Oberfläche, sondern den Antisemitismus als Fleisch vom Fleisch einer Gesellschaft sieht, die nicht mehr von ihrer Aufklärung gerettet werden kann, ihre Aufklärung über sich selbst verweigert — was auch für große Teile der fortschrittlichen Strömungen eben dieser Gesellschaft gilt.

Gerold Wallner

Liebe Leute!


Lothar Galow-Bergemann

Selbst-Bewegung statt Auto-Mobilismus

Zur Perspektive einer Bewegung gegen den Mobilis-muss als emanzipatorischer Praxis

Franz Schandl

Wie wir auf das Auto gekommen sind

Saloppes zur Vorgeschichte eines Fahrzeugankaufs

Franz Schandl

Kind und Straße

Aus dem Verkehr gezogen

Franz Schandl

Fahrrad und Marktwirtschaft


Robert Kurz

Amok und Moralität

Nach Erfurt: Selbstmordattentäter als Subjekte der Krise

Gerold Wallner

Aber sag’s nicht weiter

Zum Privaten, Politischen und Öffentlichen

Lorenz Glatz  •  Paolo Lago

Die Bedeutung von „labor“

Blick auf einige Stellen bei lateinischen Autoren und einige Bemerkungen über die „Tyrannei der Uhr“

Lorenz Glatz

„Jüdischer Staat“ und „Befreiung Palästinas“

Konzepte ohne Perspektive

Robert Kurz

Die Jubelperser der Weltpolizei

Eine verschworene deutsche Gemeinschaft: Die sogenannten Antideutschen von Bahamas/ISF Freiburg als Zeloten für „Freedom and Democracy“

Gerold Wallner

Ruhe ist die erste Bürgerspflicht


Franz Schandl

Der Meldereiter: Über Günther Anders

Von einem der erst kommen wird — einige heillose Bewunderungen

Paolo Lago

Il significato di labor

Uno sguardo al significato di labor (da cui l’italiano ‚lavoro‘) in alcune occorrenze di autori latini