Heft 46

Medieninhaber und Herausgeber: Kritischer Kreis – Verein für gesellschaftliche Transformationskunde.
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Grundlegende Richtung: Kritik und Perspektive
Redaktion (zugleich Mitglieder des Leitungsorgans des Medieninhabers): Andreas Exner, Lorenz Glatz, Severin Heilmann, Franz Schandl, Martin Scheuringer, Ricky Trang und Maria Wölflingseder
Covergestaltung: Isalie Witt
Transformationsrat: Christoph Adam (Santiago de Compostela), Eske Bockelmann (Chemnitz), Dora de la Vega (Cordoba, Argentinien), Peter Klein (Nürnberg), Paolo Lago (Verona), Neil Larsen (Davis, USA), Massimo Maggini (Livorno), Stefan Meretz (Berlin), Erich Ribolits (Wien), Salih Selçuk (Istanbul), Gerburg Vermesy (Hamburg), Ulrich Weiß (Berlin)
Druck: H. Schmitz, 1200 Wien

Andreas Exner

Einlauf

Für den Kapitalismus ist die Welt nur ein lästiges Durchgangsstadium der Verwertung. Dummerweise vermehrt sich Geld nicht einfach so. Man muss dazu Rohstoffe und Energie gewinnen, Menschen kontrollieren, Waren produzieren. Eine Zeitlang mag es gelingen, Besitztitel auf Profite anzuhäufen, die künftighin der Warenproduktion entspringen sollen. Doch früher oder später ist damit Schluss.

Die Weltlosigkeit des Kapitals strafen seine Krisen immer wieder Lügen. Noch mehr aber strafen seine Krisen uns. Die Ahnung, dass der Kapitalismus an unsere Grenzen stoße, liegt in der Luft. Nur aussprechen will sie niemand. Dabei sind die Hinweise darauf sonder Zahl. Zwei stechen besonders ins Auge: vor 2008 die Verteuerung von Erdöl, Rohstoffen und Nahrungsmitteln. Und bis auf weiteres der durch den Kapitalismus verursachte Klimawandel.

Mit Händen ist es zu greifen: Der Kapitalismus ist ein totes Ende der Geschichte. Doch eine Konsequenz daraus sucht man noch vergebens. Autos fahren weiter, Staaten machen Schulden, Treibhausgase werden emittiert. Grüne wollen dealen. Vom Wachstum kommen die Abhängigen aller Couleur nach wie vor nicht los. Wie wir uns selbst das Joch der Geldvermehrung auferlegen, so auch der Natur. Uns zum Humankapital degradierend, degradieren wir die Welt, als wäre sie nur dazu da, dem Kapital zu dienen, als ein Rohstofflager und eine Deponie ohne Ende. Doch genau dies gibt die Welt nicht mehr allzu lange her: diese Ressource beginnt zu versiegen.

Nur wenige trauen sich erst zu sehen, was auf der Hand liegt: Die Geldwirtschaft verdammt uns zu wachsender Zerstörung; lösen wir uns davon nicht, so blüht uns keine Zukunft mehr. Eher wird von manchen, anstatt Kapital, Markt und Staat zu transzendieren, bereits der Mensch geistig ausradiert: es gäbe zu viele unserer Art. Und eher traut man den erneuerbaren Energien just das zu, woran das fossile System gerade scheitert: endloses Wachstum. Solcher Unsinn ist gefährlich. Wer bei uns nun komplizierte Lösungen sucht, wird freilich enttäuscht – Produktion für konkrete Bedarfe anstatt für Geld, that’s all.

Andreas Exner

Einlauf


Peter Klein

Die Herrschaft der Beliebigkeit

Eine Demokratiekritik

Bruno Kern

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“*

Energiewende zwischen infantilen Phantasien und Ernüchterung

Christian Lauk

Malthus Reloaded?


Ulrich Enderwitz

Natur


Annette Schlemm

Ist ein solarer Kapitalismus möglich?


Andreas Exner

Krise der Produktivität, Grenzen des Wachstums


Tomasz Konicz

Klimawandel: Umschlag in die Katastrophe?


Franz Schandl

Trinkbares Wasser, atembare Luft

Günther Anders zu ausgewählten Fragen der so genannten Umweltproblematik

Andreas Exner

Sackgasse Grünpartei?


Lorenz Glatz  •  Severin Heilmann  •  Franz Schandl  •  Maria Wölflingseder

Reichtum und Ressource

Birgit von Criegern

Alltag, zweidimensional

Wider die Diktatur der Bilder

Julian Bierwirth

Geschmacks- und Herrschaftsfragen

Anmerkungen zu Martin Scheuringers Beerdigung der Kritischen Theorie

Franz Schandl

Reanimation statt Aufbruch

Katja Kipping hat ein Buch geschrieben

Maria Wölflingseder
Dead Men Working

Globaler Freilandversuch


Stefan Meretz
Immaterial World

Information


Roger Behrens
Rückkopplungen

Yes


Julian Bierwirth
2000 Zeichen abwärts

Linke Ökologie?


Lorenz Glatz
2000 Zeichen abwärts

Irrtümlich zu Fuß gegangen


Martin Scheuringer
2000 Zeichen abwärts

Lob des Fahrrads


André Pluskwa
2000 Zeichen abwärts

Nie wieder angestellt!