Heft 65

Medieninhaber und Herausgeber: Kritischer Kreis – Verein für gesellschaftliche Transformationskunde
Offenlegung: Der Medieninhaber ist zu 100 Prozent Eigentümer der Streifzüge und an keinen anderen Medienunternehmen beteiligt. Grundlegende Richtung: Kritik-Perspektive-Transformation
Redaktion (zugleich Mitglieder des Leitungsorgans des Medieninhabers): Lorenz Glatz, Severin Heilmann, Franz Schandl, Martin Scheuringer, Ricky Trang, Maria Wölflingseder, Petra Ziegler; Covergestaltung: Isalie Witt; Layout: Françoise Guiguet
Transformationsrat: Christoph Adam (Santiago de Compostela), Dora de la Vega (Cordoba, Argentinien), Peter Klein (Nürnberg), Paolo Lago (Verona), Neil Larsen (Davis, USA), Massimo Maggini (Livorno), Stefan Meretz (Berlin), Emmerich Nyikos (Mexiko-City), Erich Ribolits (Wien), Salih Selcuk (Istanbul), Gerburg Vermesy (Rimsting), Ulrich Weiß (Berlin)
Copyleft: Alle Artikel der Streifzüge unterliegen, sofern nicht anders gekennzeichnet, dem Copyleft-Prinzip: Sie dürfen frei verwendet, kopiert und weiterverbreitet werden unter Angabe von Autor/in, Titel und Quelle des Originals sowie Erhalt des Copylefts.
Druck: H. Schmitz, 1200 Wien

Ricky Trang

Einlauf

Die wandernden Massen beginnen die Inseln der Seligen zu erreichen und werden sich auch künftig, von welchen Zäunen und Grenzen auch immer, nicht aufhalten lassen. Weil hier all das ist, was bei ihnen gestohlen wurde; weil der in den letzten Atemzügen liegende Kapitalismus in der immer näher und näher rückenden Peripherie eine überlebensfeindliche Wüste zurücklässt. Ökonomisch und ökologisch, ein Endzeitszenario mit Bandenwirtschaft, Kriegswirren und religiösen Wahnvorstellungen, dem alle, die noch irgendwie (es sich leisten) können, zu entfliehen versuchen. Die dahintersteckende Logik und die bitteren Zusammenhänge sind der Streifzüge-Leserschaft nur allzu offensichtlich. Der von uns täglich reproduzierte Wahnsinn kommt schließlich zu Hause an.

Zu Hause, wo von home sweet home-Idylle nicht mehr viel zu spüren ist. 30,8 Prozent bekennende VolksgenossInnen vermitteln einen Eindruck davon, wie es im Herzen der Bestie, wo sich die letzten Illusionen von Emanzipation längst im Nebel der Geschichte aufgelöst haben, aussieht.

Und die Streifzüge? Wir flüchten uns ins Spiel. Oder ist es doch mehr als Verzweiflung und Weltflucht? Ist und kann das Spiel mehr als nur ein netter Zeitvertreib und Vergnügen sein? Und muss ein Mehr, damit es überhaupt sein kann, nicht Vergnügen bereiten und neue Wege beschreiten und erfinden? Bietet sich hier etwa eine Chance oder gar eine Perspektive?

Doch wir wären nicht wir selbst, wenn wir nicht auch hier ein Haar in der Suppe finden würden. Letzten Endes scheint es sich sogar dabei um eine haarige Angelegenheit zu handeln.

Also lest weiter die Streifzüge. Wir holen euch da zwar nicht raus, aber wir sagen euch, wo wir drinstecken.

Petra Ziegler

Verspieltes Leben


Maria Wölflingseder

Das fesselnde Spiel und die spielerische Leichtigkeit des Albert Camus


Uwe von Bescherer

Symmetrische und asymmetrische Kriege

Teil I — Von entfesselter Konkurrenz und Atomwaffen

Severin Heilmann

Lage hoffnungslos, aber nicht ernst!


Julian Bierwirth

Spiel und Spielerei


Tomasz Konicz

Euro gegen Einheit*

Ein „europäisches Deutschland“ kämpft um einen deutschen Euro

Stefan Meretz

Erziehung


Franz Schandl

Von und vom Spielen


Franz Schandl

Champions League oder Sei kein Spielverderber!


Emmerich Nyikos

Post-Moderne oder: Die real existierende Absurdität


Annette Schlemm

Digitales Spielen als widersprüchlicher Kulturprozess


Ricky Trang

rien ne va plus

Das situationistische Spiel im Spektakel und wie das Spektakel in der Gamification ganz zu sich selbst findet

Emmerich Nyikos

Capital ludens

Das Spielfeld wird zum Trümmerhaufen

Severin Heilmann

Gastspiel


Martin Scheuringer

Befreiendes Kuscheln


Hermann Engster

Charaktermaskerade

Goethe und Marx. Allegorien der Warenform im Faust II

Lorenz Glatz
Auslauf

Humans welcome! Everywhere


Ricky Trang

Einlauf