Heft 68

Medieninhaber und Herausgeber: Kritischer Kreis – Verein für gesellschaftliche Transformationskunde
Offenlegung: Der Medieninhaber ist zu 100 Prozent Eigentümer der Streifzüge und an keinen anderen Medienunternehmen beteiligt. Grundlegende Richtung: Kritik-Perspektive-Transformation
Redaktion (zugleich Mitglieder des Leitungsorgans des Medieninhabers): Lorenz Glatz, Severin Heilmann, Franz Schandl, Martin Scheuringer, Ricky Trang, Maria Wölflingseder, Petra Ziegler; Covergestaltung: Isalie Witt; Layout: Françoise Guiguet
Transformationsrat: Christoph Adam (Santiago de Compostela), Dora de la Vega (Cordoba, Argentinien), Peter Klein (Nürnberg), Paolo Lago (Verona), Neil Larsen (Davis, USA), Massimo Maggini (Livorno), Stefan Meretz (Berlin), Emmerich Nyikos (Mexiko-City), Erich Ribolits (Wien), Salih Selcuk (Istanbul), Gerburg Vermesy (Rimsting), Ulrich Weiß (Berlin)
Copyleft: Alle Artikel der Streifzüge unterliegen, sofern nicht anders gekennzeichnet, dem Copyleft-Prinzip: Sie dürfen frei verwendet, kopiert und weiterverbreitet werden unter Angabe von Autor/in, Titel und Quelle des Originals sowie Erhalt des Copylefts.
Druck: H. Schmitz, 1200 Wien
Petra Ziegler
Einlauf Streifzüge 68
Rosig sind die Aussichten nicht. Der Zweckoptimismus einzelner Unverdrossener wirkt angesichts der Nachrichtenlage eher befremdlich. Nein, da wird nichts „wieder werden“. Und wohin wollte man auch zurück, so man denn könnte. In vergangene „bessere Zeiten“, die freilich immer schon ihren Preis hatten. Nur mussten den vorwiegend die außerhalb der westlichen Welt zahlen. Die etwa, die heute immer öfter auf Aufnahme hoffen bei uns, und auf Teilhabe, wenigstens auf einen sicheren Ort. Es ist ohnehin nur ein kleiner Prozentsatz jener Menschen, die auf ihrer Flucht vor Krieg, Hunger und ökologischer Zerstörung nach Europa kommen.
Mit Mauern und Zäunen lassen sich Wahlen gewinnen, nicht nur in den USA. Insgesamt wirkt das psychische Umfeld wie ein immer unverdaulicheres Gebräu aus Ohnmacht, Abstiegsängsten und Wutbürgerei. Von emanzipatorischer Gegenbewegung ist wenig zu spüren. Dagegen scheint auf der Siegerstraße, wer kräftig nach unten tritt, Hass und Ressentiments schürt und den starken Mann markiert.
Gehört Schwarzmalerei dieser Tage offenbar zu den leichteren Übungen, bleiben die Vorstellungen eines Miteinander frei von Unterdrückung und herrschaftlichen wie sachlichen Zwängen vage. Mehr denn je braucht es eine Absage an illusorische Hoffnungen auf alternative Regierungsprogramme. Zukunft – wenn sie denn mehr sein soll als Überlebenskampf unter verschärften Bedingungen – verlangt die Aufhebung der kapitalistischen Produktions- und Lebensweise.
Die in dieser Ausgabe versammelten Beiträge zeigen ein Herantasten, sie setzen auf das Verlernen und fragen nach dem „guten Leben für alle“. Drastische Darstellungen der Gegenwart fehlen nicht, aber auch Skizzen einer freien Gesellschaft finden sich. Das Heft versteht sich als Aufforderung gegen den Wahnwitz der Verhältnisse.
Petra Ziegler
Petra Ziegler
Franz Schandl
Auslauf
Annette Schlemm
Franz Schandl
Notizen zu Resignation und Erschöpfung, Transposition und Perspektive
Petra Ziegler
Nikolaus Dimmel
Franz Schandl
Transvolutionäre Mutmaßungen zum elementaren Aufstand
Severin Heilmann
Homestory
Stefan Meretz
Meinhard Creydt
Maria Wölflingseder
Dead Men Working
Martin Scheuringer
Emmerich Nyikos
Martin Scheuringer
ECOMMONY
Abschweifende Rezension zum Buch von Friederike Habermann
Lorenz Glatz
MorgenGrauen?
Einige Behauptungen zum gesellschaftlichen Niedergang und zu möglichen Auswegen