Nummer 31

Medieninhaberin: Partei „grundrisse“
Herausgeberin: Redaktion „grundrisse“ (Dieter A. Behr, Martin Birkner, Bernhard Dorfer, Robert Foltin, Markus Grass, Käthe Knittler, Minimol, Franz Naetar, Paul Pop, Karl Reitter)
Layoutkonzept: Lisa Bolyos
Erscheinungsort: Wien
Herstellerin: Digidruck, 1100 Wien
Offenlegung: Die Partei „grundrisse“ ist zu 100% Eigentümerin der Zeitschrift „grundrisse“. Grundlegende Richtung: Förderung gesellschaftskritischer Diskussionen und Debatten
Der Inhalt der „grundrisse“ steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, außer wenn anders angegeben.

Grundrisse

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

wie Ihr sicher schon bemerkt habt, haben wir uns entschlossen das von Lisa Bolyos entworfene grafische Konzept unserer Türkei/Kurdistan-Sondernummer gleich weiter zu verwenden. Ein Relaunch also! Apropos Sondernummer: Die stieß auf große Resonanz, was uns natürlich sehr freut. Auch die Heftpräsentation war überdurchschnittlich gut besucht und inhaltlich spannend – solche Diskussionen wünschen wir uns öfters! Entschuldigen müssen wir uns noch wegen eines Fehlers in der Nr. 30: Der Artikel von Pelin Tan: „Istanbul: Widerstand im Stadtteil und gegenkultureller Raum“ ist bereits in „dérive Zeitschrift für Stadtforschung 33“ von Oktober 2008 auf Englisch erschienen und wurde von uns übersetzt. Einige Restexemplare sind übrigens noch erhältlich, zögert also nicht mit (Nach)Bestellungen. Wir jedenfalls planen ab sofort jede zweite grundrisse-Ausgabe als Schwerpunktnummer herauszubringen. Und hier ist auch schon der Call for Papers/Ideas: Die Nummer 32 wird sich nämlich mit den Zusammenhängen von Revolten/Aufständen und der globalen Krise auseinandersetzen. Zweckdienliche Hinweise bitte an redaktion /at/ grundrisse /punkt/ net!

Im aktuellen Heft findet ihr einen Beitrag von Eva Kaufmann zum sagenumwobenen Radio Alice, welches eine zentrale Rolle in der Kommunikation der Bewegungen in Italien 1977 spielte, eine Analyse der deutschen „Sozialpolitik“ als soziale Kriegsführung von Michael Wolf sowie eine von A.M. [agora] verfasste Diskussion von Slavoj Zizeks Philosophie, ausgehend von seinem „Plädoyer für die Intoleranz“. Alfred Müller und Günter Buchholz vergleichen die theoretischen Ansätze von Neoklassik, Keynesianismus und Marxscher Kritik der politischen Ökonomie und liefern damit eine anschauliche Einführung in die zentralen Elemente ökonomischer Theoriebildung, Karl Reitter wiederum setzt sich ausführlich und kritisch mit dem jetzt bereits als Klassiker gehandelten „Der neue Geist des Kapitalismus“ von Luc Boltanski und Ève Chiapello auseinander. Last not least freuen wir uns, euch in dieser Nummer einen Essay von Diedrich Diederichsen über kreative Arbeit präsentieren zu dürfen. Der Rezensionsteil behandelt die berühmt-berüchtigte „Coming Insurrection“, „Instituierende Praxen“, herausgegeben von Stefan Nowotny und Gerald Raunig, „Geschlechterpolitik und Klassenherrschaft“ von Jörg Nowak sowie Britta Grells „Workfare in den USA“.

Und schon sind wir bei den Terminen: Montag, den 5. Oktober 2009 stellen wir ab 19 Uhr im Amerlinghaus (1070 Wien, Stiftgasse 8) diese grundrisse-Ausgabe der interessierten Öffentlichkeit vor. Im Rahmen eines kleinen Umtrunks inklusive noch kleinerem Buffet gibt es die Möglichkeit mit der grundrisse-Redaktion zu plaudern, Bücher und Zeitschrift(en) zu erstehen und außerdem einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten der grundrisse – insbesondere auf unsere Sondernummer 32. Vielleicht ist sogar ein kleiner Film drin, Hippie-Musik sowieso ...

In nächster Zeit planen wir (zumindest) zwei Veranstaltungen, über die wir euch hier schon mal vorab informieren möchten: Einerseits soll das demnächst erscheinende Buch mit dem prägnanten Titel „Über Marx hinaus. Arbeitsgeschichte und Arbeitsbegriff in der Konfrontation mit den globalen Arbeitsverhältnissen des 21. Jahrhunderts“ (Assoziation a), herausgegeben von Marcel van der Linden und Karl Heinz Roth vorgestellt und diskutiert werden, zum anderen planen wir eine Veranstaltung zu dem ebenfalls in Kürze erscheinenden „Krise & Ereignis. Den Kommunismus als wirkliche Bewegung denken“ (VSA-Verlag) von Thomas Seibert. Nähere Infos findet ihr in Bälde unter www.grundrisse.net sowie über unseren Mailverteiler, für den Ihr euch ebendort anmelden könnt.

Zuletzt noch der Wermutstropfen: Vor allem aufgrund der horrenden Posttarife sind die grundrisse ab sofort um 50 Cent teurer. Die Einzelnummer kostet also € 5,30, das 4-Nummern-Abo 20 Euro, für 8 Ausgaben löhnt Ihr 35; immer inklusive Porto, weltweit! Die ersten drei NeuabonnentInnen kriegen dafür aber die wunderbare Türkei-/Kurdistan-Ausgabe als Draufgabe!

Anregende Lektüre und einen heißen Herbst wünscht

die grundrisse-Redaktion

Grundrisse

Editorial


Eva Kaufmann

Millionen und Abermillionen potentieller ALICES

Eine Fortführung von 1968?!

Michael Wolf

Die Organisierung des sozialen Krieges

Zur staatspolitischen Dimension der Hartz-IV-Reform*

Diedrich Diederichsen

Kreative Arbeit


Karl Reitter

Bemerkungen zum Buch „Der neue Geist des Kapitalismus“ von Luc Boltanski und Ève Chiapello


A. M.

Die neoliberale Repression Namens Multikulturalismus

Žižek’s Versuch zur Wahrheit der Herrschaft

Alfred Müller

Ein Vergleich von Neoklassik, Keynesianismus und Marxismus


Robert Foltin

The Invisible Committee: The Coming Insurrection


Markus Griesser
Britta Grell:

Workfare in den USA

Das Elend der US-amerikanischen Sozialhilfepolitik

Elisabeth Steger
Stefan Nowotny/Gerald Raunig:

Instituierende Praxen

Bruchlinien der Institutionskritik

Markus Griesser
Jörg Nowak:

Geschlechterpolitik und Klassenherrschaft

Eine Integration marxistischer und feministischer Staatstheorien